Wenn sich aus Inklu-Verbindungen neue Inklu-Verbindungen vermitteln lassen und sich dieser Prozess transitiv fortsetzt, dann lässt sich auf diese Weise auch die ganze Welt transpersonal vermitteln.
Auch die Bekämpfung des Klimawandels kann auf diesem Wege gedacht werden: Zunächst würde sich eine Gruppe von Klimaleuten zusammenfinden, die die Umwelt beobachten, Maßnahmen vorschlagen und entsprechend auch die Einhaltung der Maßnahmen beobachten. Da alle ein Interesse am Klimaschutz haben, würde diese Gruppe dabei auf eine große Unterstützung der Bevölkerung hoffen können, wodurch ihr handeln subjektiv sinnvoll (motiviert) ist. Die Klimaleute haben dann den Klimaschutz internalisiert: Für sie ist er nicht mehr bloß ein gesellschaftliches Problem, sondern ihr persönliches.
Insofern sind die Klimaleute vergleichbar mit denjenigen, die in unserer Welt vom Klimawandel besonders stark betroffen sind; auch für diese ist der Klimawandel ja nicht bloß ein relativ abstraktes, gesellschaftliches Problem, sondern etwas sehr konkretes, was sie ganz persönlich betrifft. Nur würden wir uns natürlich wünschen, dass es in der Inklu keine Menschen mehr gibt, die viel stärker vom Klimawandel betroffen sind als andere, da alle gleichermaßen Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen, bedürfnisgerechtem Schutz etc. bekommen – und die Herstellung von Klimagerechtigkeit scheint ja immerhin doch noch eine wesentlich einfachere Herausforderung darzustellen als die Bekämpfung des Klimawandels selbst.
Die Klimaleute sind nun nicht in solch existenzieller Weise persönlich vom Klimawandel betroffen, sondern einfach dadurch, dass sie sich tagtäglich damit beschäftigen, und was sie beobachten, schlägt unmittelbar auf ihr Befinden durch, da sich ja auch ihr Erfolg daran misst. Klimaschutz ist damit kein abstraktes Problem mehr, was zwar die Gesellschaft insgesamt, aber niemanden so richtig persönlich angeht, sondern es haben sich jetzt welche gefunden, für die es eben ein persönliches Problem ist.
Dann muss nur noch dafür gesorgt werden, dass alle Menschen (transpersonal) inklusionslogisch mit den Klimaleute verbunden sind und ihr Verhalten gegenüber der Umwelt durch die Klimaforschende irgendwie beobachtbar ist, und schon sind alle durch pragmatische Inklusion dazu veranlasst, ein klimafreundliches Leben zu führen.
Aktuell sind wenige (superreiche) Emittenten für den Großteil der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich (Barros/Wilk 2021, Wolf 2024). Das gilt auf Ebene von Individuen, und natürlich erst recht auf Ebene von Firmen. Das Problem ist, dass an einem Ende der Welt die Leute die Natur zerstören, während diejenigen am anderen Ende am stärksten von Umwelt- & Klimaschäden betroffen sind, und dass die einen einfach isoliert in ihrer Bubble vor sich hinleben können, als gäbe es die anderen nicht.
Im Zuge einer globalen inklusionslogischen Vermittlung muss all das ins kollektive Bewusstsein gebracht werden: Was die einen tun, wie die anderen darunter leiden, und worin der kausale Zusammenhang dazwischen besteht. Die großen Emittenten dürfen sich nicht länger in einer Blase legitimierender Ideologie verstecken können. Wenn die Verursacher in einem sozialen Umfeld von Menschen leben, denen die von den Folgen Betroffenen wichtig sind und die sich für sie einsetzen, dann bedeutet umweltschädigendes Verhalten eine größere Belastung für diese Vermittelnden und schlägt sich dadurch auch auf die Verursacher selbst durch.
Als allgemeines Muster für die Lösung gesellschaftlicher Probleme lässt sich also das Personalisierungs-Vermittlungs-Muster nennen: Eine Gruppe von Menschen macht das gesellschaftliche Problem zu ihrem persönlichen Problem und verbindet sich dann inklusionslogisch mit der ganzen Welt.
So wie es heute in den meisten Situationen undenkbar ist, eine Lösung zu finden, die gleichermaßen zur vollen Befriedigung aller betroffenen Personen führt, wäre es unter einer anderen Struktur der Wipro (Vermittlung als Re*produktion des Wissens) undenkbar, dass es irgendeinen Sinn haben könnte, in einer Weise zu handeln, die die Interessen mancher Menschen, sei es auch am anderen Ende der Welt, unberücksichtigt lässt, da die Störung des Vertrauens, die erzeugte Unsicherheit, die Unbehaglichkeit und die Probleme, die diesen Menschen auferlegt wären, sich durch das globale gesellschaftliche Netzwerk fortpflanzen würde und dabei auf alle Personen gleichermaßen überspringen würde, inklusive denen, die sie verursacht haben.
Auf dieselbe Weise wird sich auch Care für alle realisieren lassen. Allen Menschen die angemessene Care zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen, ist in dem Sinne ein noch globaleres Problem als der Klimawandel, als dass es hierfür nicht ausreicht, wenn ein paar wichtige Entscheidungsträger das Richtige tun, sondern dass es hierbei wirklich darauf ankommt, alle Menschen zu erreichen.
Es braucht daher aktive Menschen, die sich dafür einsetzen, dass niemand ausgeschlossen wird. Diese Aktivität muss sich auszahlen. Es müssen die richtigen Werte etabliert werden, es darf niemand unter den Tisch fallen. Bei Care für alle gilt es, externe Inklu in Vollkommenheit auszuleben.
Literatur
Barros, B.; Wilk, R. (2021). The outsized carbon footprints of the super-rich. Sustainability: Science, Practice and Policy, 17(1), 316-322.
Verfügbar über tandfonline.com.
Wolf, V. (2024). Private property meets planetary crisis.
Beitrag auf sfb294-eigentum.de.

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